Zusammenfassung des Einsatzes vom 3.2.-15.2.2020 im Labor S. John of God Hospital Lunsar. Materialeingänge: 22 Abstriche 6 Blutkulturen 3 Personalurine wurden von uns untersucht. Gefundene und getestete Erreger: 15x Staph. aureus (pathogene Staphylokokken) 15x Enterobacteriacae 3x Pseudomonaden 6x ß-hämolytische Streptokokken Meine persönlichen Eindrücke/Einschätzungen/gemachten Erfahrungen/Erkenntnisse: Ich hatte heuer das erste Mal den Eindruck, dass die letzten Jahre nicht umsonst gewesen sind. Abdul weiß viel und ist auch interessiert an der Mikrobiologie. Seine Konzentration und sein Engagement hält länger an, als die Jahre zuvor. Nach wie vor fällt die Konzentration am Nachmittag ab. Es war gut, dass wir keine zusätzlichen ambulanten Patienten hatten. Wenn die ODW-Chirurgen vor Ort sind, dann arbeiten sie mit dem gleichen Standard wie in Deutschland. Vor OP werden Abstriche von "schmutzigen" Wunden gemacht, ggf. auch nach OP. Das bedeutet, dass für das Labor in der Mikrobiologie genügend zu tun ist, u.A. auch weil fast überall etwas gewachsen ist. Beim ODW hatte man sich darauf geeinigt, dass alle Teams diesen Standard fahren. Bei einem Probenaufkommen wie in diesem Einsatz ist es nach wie vor gut, wenn jemand von uns vor Ort ist. Erstens gibt es dann genügend Schulungsmaterial und zweitens ist Unterstützung für unsere schwarzen Kollegen da, damit sie auch alles in einer für sie annehmbaren Zeit schaffen können. Wir hatten gut zu tun. Es war aber nicht stressig. Es gab wenig Störungen im Labor. Wir konnten uns dadurch komplett auf die Diagnostik konzentrieren und in Ruhe unsere Proben abarbeiten. Br. Nestor hat dafür gesorgt, dass Abdul und Felicia wenig am normalen Laboralltag teilnehmen mussten. Auch das war ein wichtiger Punkt. Dadurch hatte ich genügend Zeit anhand des Anschauungsmaterials entsprechend zu schulen und auf die Fragen und Feinheiten einzugehen. Felicia hat Talent, braucht aber noch entsprechendes Training. Abdul hat mit Br. Nestor gesprochen, dass er Felicia braucht, damit nicht nur er die Mikrobiologie machen kann. Er sagte mir, dass Felicia schon möchte, aber oft nicht konsequent dranbleibt. Ein Problem ist, dass der Strom täglich erst sehr spät zur Verfügung gestanden hat. Dadurch konnten der OP und auch das Labor z.T. erst ab 10 Uhr so richtig zum Arbeiten anfangen. Die Ärzte haben das in einem Fragebogen (in Lunsar fängt man jetzt auch ein wenig an QM zu machen) kritisiert. Br. Patrick ist wirklich ein Fan der Blutkulturen. Er hat dem Labor gesagt, dass er immer welche anfordern wird, damit sie im Training bleiben. Er möchte, dass wir die Liquordiagnostik einführen. Ich kann ihn verstehen. Aber so einfach ist das nicht. Das Anzüchten schon, aber die Entnahme, Zellzählung etc.. Die Urindiagnostik muss beim nächsten Einsatz noch richtig geschult werden. Ohne Anschauungsmaterial ist das schwierig. Ich werde ihnen eine Mappe mit Bildern von unseren positiven Urinen und deren Keimzahlen zusammenstellen. Ich denke, dass das hilfreich wäre. Ansonsten war es wirklich ein guter Einsatz. Das ganze Team ist nett gewesen und ich fühlte mich als "Laborratte" kein einziges Mal ausgegrenzt. Sie haben sich sehr bemüht, dass ich mich wohlfühle und sie möchten unbedingt, dass ich das nächste Mal wieder mitkomme. gez. Doris Sixt © Globolab e.V. 2009 - 2020 Teilgenommen haben: Doris – lMTLA; Ausbilderin zusammen mit einem Team des ODWs